WN-online_Umgehungsstrasse

Artikel der WN-online vom 25.02.09:
Ausbau der B 51: Umgehungsstrasse oder potenzielle Autobahn?

 

Münster - Ist die Bundesstraße 51 im Osten Münsters auch künftig eine Ortsumgehung oder eher eine autobahnähnliche Fernverkehrsstraße, die das Autobahnkreuz Münster-Süd mit der A2-Auffahrt in Gütersloh verbindet?

Um diese Fragen kreisten Mittwoch immer wieder die Debatten bei dem sogenannten Erörterungstermin in der Bezirksregierung. Konkret ging es um die Auswirkungen des vierspurigen Ausbaus der Bundesstraße zwischen der Wolbecker Straße und der Warendorfer Straße für die Bevölkerung.

Von Anwohnern in Mauritz wurde dabei wiederholt die Sorge geäußert, dass die B51 perspektivisch zu einer Autobahn hochgestuft werde - und zwar dann, wenn auch die Bundesstraße 64 zwischen Telgte und Rheda-Wiedenbrück ausgebaut ist. Für diesen Fall, so die Klage, sei der Lärmschutz entlang der neuen Trasse nicht ausreichend. Sprich: Alfons Katzer als Sprecher der Bürgerinitiative Mauritz forderte erneut die Verlegung der Umgehungsstraße in einen Tunnel.

Den aber halten die Planer vom Landesbetrieb Straßenbau nicht für erforderlich. Sie prognostizieren für den Bereich Mauritz künftig rund 42.000 Fahrzeugbewegungen am Tag, die Kritiker hingegen rechnen mit bis zu 60.000.

Die ebenfalls anwesende Verkehrsexpertin Sylke Schwarz von dem Ingenieurbüro IVV erklärte, dass die Umgehungsstraße in Münster auch nach ihrem Ausbau einen „eher regionalen Charakter“ behalten werde. Der kontinuierliche, sechsspurige Ausbau der Autobahnen A1 und A2 inklusive des Knotenpunktes Kamener Kreuz mache die vermeintliche Abkürzung über die B51 und B64 (Münster - Warendorf - Rheda-Wiedenbrück) vergleichsweise unattraktiv.

Winfried Wortmann von der Bürgerinitiative stellte die Kompetenz des Büros IVV in Frage. So habe das Büro schon mal 1500 Lkw-Bewegungen auf der Mondstraße prognostiziert, „obwohl dort ein Lkw-Fahrverbot herrscht“. Schwarz räumte diesen Fehler ein. Er sei aber bereits in der Verkehrsprognose 1999 ausgeräumt worden.

Bei dem aktuell laufenden Erörterungsverfahren geht es darum, dass alle Münsteraner, die unmittelbar negative Auswirkungen von dem seit Jahrzehnten geplanten Millionenprojekt befürchten, die Möglichkeit erhalten, ihren Einwand persönlich vorzutragen. Über 200 Einwendungen gegen den Straßenausbau sind aktenkundig.

Die Sitzungstermine reichen bis Freitag.

(Quelle: http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/muenster/nachrichten/982927_Ausbau_der_B51_Umgehungsstrasse_oder_potenzielle_Autobahn.html)